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Rezension: Der Film „Herbert“ von Thomas Stuber – ein großartiger Film

Ein Beitrag von Uwe Betker:

Es gilt hier ohne Wenn und Aber einen Film zu loben, einen deutschen Film, den Film „Herbert“ von Thomas Stuber. Die wenigsten dürften „Herbert“ im Kino gesehen haben. Also müssen sie sich nun die DVD, die gerade erschienen ist, kaufen. „Herbert“ ist ein grandioser Film. Einen Film von solcher Qualität und Tiefe und mit zudem einem Hauptdarsteller, der eine solche schauspielerische Leistung darbietet, bekommt man nur alle Jubeljahre mal zu sehen.

Das Genre des Boxerfilms ist ja nun weitestgehend durchdekliniert. Die mythischen Geschichten von Sieg und Niederlage, von Aufstieg, Kampf und Fall, sind vermutlich schon hundertfach erzählt worden. – Geschichten über einen Boxer, der Schwierigkeiten überwindet, der durch harte Kämpfe geht, die ihn leiden und bluten lassen, und der schließlich sein Ziel erreicht oder aber scheitert. Oder Boxerfilme, die sich am Aufstieg und Fall von realen Boxern orientieren. Garniert wird das alles immer mit Kampfszenen. Wie gesagt, alles schon ein paar Dutzend Male gesehen und seit Jahren dabei nichts Neues entdeckt.

Es gilt hier ohne Wenn und Aber einen Film zu loben, einen deutschen Film, den Film „Herbert“ von Thomas Stuber. Die wenigsten dürften „Herbert“ im Kino gesehen haben. Also müssen sie sich nun die DVD, die gerade erschienen ist, kaufen. „Herbert“ ist ein grandioser Film. Einen Film von solcher Qualität und Tiefe und mit zudem einem Hauptdarsteller, der eine solche schauspielerische Leistung darbietet, bekommt man nur alle Jubeljahre mal zu sehen.

Das Genre des Boxerfilms ist ja nun weitestgehend durchdekliniert. Die mythischen Geschichten von Sieg und Niederlage, von Aufstieg, Kampf und Fall, sind vermutlich schon hundertfach erzählt worden. – Geschichten über einen Boxer, der Schwierigkeiten überwindet, der durch harte Kämpfe geht, die ihn leiden und bluten lassen, und der schließlich sein Ziel erreicht oder aber scheitert. Oder Boxerfilme, die sich am Aufstieg und Fall von realen Boxern orientieren. Garniert wird das alles immer mit Kampfszenen. Wie gesagt, alles schon ein paar Dutzend Male gesehen und seit Jahren dabei nichts Neues entdeckt. „Herbert“ ist eine ganz andere Art von Boxerfilm. Er ist härter, ungeschönter, realistischer als die meisten. „Herbert“ ist wahrhaftig.

Held des Films ist, wie könnte es anders sein, Herbert, ein Brocken, ein Berg von einem Mann. Er ist zwar nicht mehr der jüngste, aber seine Fäuste, seine Muskeln und seine abgebrühte Brutalität sind noch immer sein Kapital. Er verdingt als Geldeintreiber, Türsteher und, wenn es denn der Job erfordert, auch schon mal als Knochenbrecher. Nebenbei trainiert er einen jungen aufstrebenden Amateurboxer, den er auf seinen ersten Titelkampf vorbereitet.

Herbert ist jemand, der niemanden emotional an sich heranlässt. Weder seine Freundin, die er immer wieder wegstößt, noch seinen Boxer noch auch seine schon lange erwachsene Tochter, die er seit ihrem sechsten Lebensjahr nicht mehr gesehen hat, kommen ihm sonderlich nahe. Nur zu seinem Auftraggeber, für den er Schulden mit Wucherzinsen eintreibt, scheint er ein etwas tieferes Gefühl zu entwickeln.

Wir beobachten, wie Herbert, der Mann, der sich immer über seine Physis definiert hat, vor unseren Augen auseinanderfällt und zergeht. Er verliert buchstäblich die Kontrolle über seinen Körper und damit über sein gesamtes Leben. Er hat ALS, eine Erkrankung des Nervensystems, die zu Muskelzucken, Muskelschwund, Schwächung der Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur usw. führt.

Der Film zeigt den schmerzhaften letzten Kampf, den Herbert zu bestreiten hat. Er versucht, die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen. Er versucht, Gefühle zuzulassen. Den Rest der Handlung verschweige ich hier. Nur das eine sei noch gesagt: Dem Zuschauer wird kein nettes zuckersüßes Happy End vorgesetzt. Es gibt keine Erlösung.

Herbert“ wurde in Leipzig und Halle gedreht. Es handelt sich um das Spielfilmdebüt des Regisseurs und Co-Drehbuchautor Thomas Stuber. Der war Gewinner des Studenten-Oscars und des Deutschen Drehbuchpreises. Und Stuber ist außerdem ein ausgewiesener Kenner der ostdeutschen Boxszene.

Sehr positiv ist, dass Regisseur und Drehbuchautor, Clemens Meyer, den Zuschauern nicht alles erklären. Es wird nicht gesagt, warum Herbert eigentlich so ist, wie er ist. Nur einen Hinweis bekommen wir, der auf den Rücken von Herbert tätowiert ist: Torgau. Der Zuschauer muss hier allerdings schon wissen, wer oder was Torgau nun ist, oder er muss sich eben erkundigen. Der Film jedenfalls bietet keine Erklärung, wie sie dem Zuschauer sonst so häufig aufgezwungen wird, weil viele Macher von Filmen ihren Bildern und ihren Zuschauern nicht trauen mögen.

Ein paar Worte über den Schauspieler Peter Kurth. Kurth wurde 2014 als „Schauspieler des Jahres“ ausgezeichnet. Dies ist der wichtigste Preis des deutschen Theaters. Für „Herbert“ bekam er den deutschen Filmpreis 2016 als bester Hauptdarsteller, und das nun wirklich zu Recht. Er spielt geradezu beängstigend gut. Auf der Leinwand bzw. auf dem Bildschirm strahlt er eine unglaubliche Präsenz aus.

Auf die Rolle hat Kurth sich ein halbes Jahr vorbereitet. Er begann mit dem Boxtraining und nahm 14 Kg an Körpergewicht zu. Da der Film chronologisch gedreht wurde, sehen wir, wie Kurth als Herbert im Film immer mehr an Gewicht verlieren.

Nochmals: Der Film „Herbert“ von Thomas Stuber ist einfach großartig. Er bereichert das Genre Boxerfilm um eine ganz neue Fassette. Den Film muss man gesehen haben.

(C) Uwe Betker

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