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Boxen 2013

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So spektakulär, wie das Jahr 2012 mit der KO-Niederlage von Many Pacquiao im Kampf gegen Juan Manuel Marquez zu Ende ging, sollte es über das Jahr 2013 weiter gehen. Ein Boxsport-Highlight nach dem anderen reihte sich über das Jahr 2013 verteilt aneinander. Mit Ausnahme von richtigen WM-Kämpfen in der „Königsklasse“, also im Schwergewicht, wo die Weltmeister-Brüder Klitschko 2013 nicht gerade glänzen konnten, gab es viele gute Kämpfe zu sehen, wobei bei einigen fast schon missionarisch die Werbetrommel gerührt wurde und es um astronomische Börsen ging. In der Kategorie „am besten beworbener Kampf“ ist deshalb die Begegnung Floyd Mayweather vs Saul Alvarez nicht zu übertreffen gewesen. Die mehrwöchige Werbetour durch die USA und Mexiko war wohl beispiellos wie die erzielten Börsen. Der Kampf selbst war eher unspektakulär, weil man sehen konnte, dass Alvarez hinter den Erwartungen zurück blieb und Mayweather seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Der erst 23-jährige Alvarez musste nach über 40 Kämpfen seine erste Niederlage einstecken. Kein Beinbruch für ihn, seine Zeit wird noch kommen.

Doch noch einmal zurück zum Schwergewicht. Vitali Klitschko glänzte im Boxgeschehen das ganze Jahr über mit Abwesenheit. Offiziell weil er eine langwierige Handverletzung ausheilen lassen will, doch wohl eher offensichtlich wegen seiner politischen Tätigkeit in der Ukraine. Bruder Wladimir Klitschko hatte es in einem eher unspektakulären Kampf im Mai mit Francesco Pianeta zu tun. Pianeta gab alles was er in die Wagschale werfen konnte, wurde aber mehrmals schwer getroffen und der Kampf endete in Runde 6. Im 2. Kampf vom Super-Weltmeister Wladimir Klitschko kam es im Oktober endlich zu der Begegnung mit WBA-Weltmeister Povetkin. Dieser K(r)ampf war ein einziges Desaster, weil Klitschko einmal mehr seinen „Kampfstil“ ungehindert etablieren konnte, der immer mehr wie eine Mischung aus Wrestling, Ringkampf und ein bisschen Boxen aussieht. Die Erwartungen in diesen Kampf waren sehr hoch, die Enttäuschung der Boxfans danach noch höher. Wenn das weltmeisterliches Boxen im Schwergewicht sein sollte, dann lohnt es sich einfach nicht mehr, sich so ein erbärmliches Gewürge anzusehen. Gewürge deshalb, weil Wladimir Klitschko als Weltmeister in 4 Verbänden offenbar keinen Wert mehr darauf legt tatsächlich zu kämpfen, sondern jeden Schlagabtausch mit seiner ewigen Klammerei regelrecht abwürgt.

Wladimir_Klitschko_vs._Alexander_Povetkin_Fight

Es gab 2013 ein Fülle von guten und spannenden Kämpfen. Es ist einfach unmöglich hier alle entsprechend zu würdigen. „Showtime“ – Boxanalyst Al Bernstein nannte 2013 das beste Jahr, das der Boxsport seit einem Vierteljahrhundert gesehen hat. Damit könnte er durchaus Recht haben. Man kann nur einige Beispiele erwähnen.

Bereits die Ankündigung des Kampfes zwischen Carl Froch und Mikkel Kessler sorgte bei den Boxfans für Begeisterung. Froch konnte diesen Kampf in London nach Punkten für sich entscheiden und Kessler den WBA-Titel im Supermittelgewicht abnehmen.

Gennady Golovkin und Sergey Kovalev hatten 2013 ihren endgültigen Durchbruch auf der weltweiten Boxbühne. Beide gelten in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse mittlerweile als „Klassenbeste“ und es ist scheinbar nur eine Frage der Zeit, bis sie auch die letzten Konkurrenten ihrer Gewichtsklasse geschlagen haben. Man kann auf ihre Kämpfe 2014 gespannt sein. Golovkin konnte 2013 gleich 4 Gegner vorzeitig abfertigen. Kovalev erwies sich als ein Top-Boxer, vor allem im Kampf gegen den britischen WBO-Champ Nathan Cleverly, den er zum Entsetzen der britischen Fans in 4 Runden demontierte und glasklar deklassierte.

Aus deutscher Sicht war wohl der fulminante Kampf zwischen Arthur Abraham und Robert Stieglitz besonders bemerkenswert. Stieglitz setzte Abraham mit derart hohem Tempo zu, dass der gar nicht zur Besinnung kam. Dazu kam dann noch eine Augenverletzung Abrahams und damit das vorzeitige Ende, weil an normales faires Boxen nicht mehr zu denken war. Am 1. März 2014 wird es nun in Magdeburg zur 3. Begegnung der Beiden kommen. Bereits jetzt ist fast die Hälfte der Eintrittskarten verkauft.

Der 2. Kampf zwischen Stieglitz und Abraham:

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Das SES-Team Magdeburg setzte das ganze Jahr über Akzente. Auch wenn nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gingen, hat das Team wieder einen Schritt nach dem anderen nach vorne gemacht und konnte mit guten Events die Zuschauer begeistern. SES-Kampfabende sind auf SAT1 zu sehen und auch in der Nachwuchsarbeit wird bei SES mit dem „Team Deutschland“ einiges für die Zukunft getan. Positives gab es zum Jahresende auch für 2 andere deutsche Boxer. Felix Sturm und Jürgen Brähmer sind wieder Weltmeister.

Bei den Frauen setzte sich Cecila Breakhus an die Weltspitze. Nach schweren Kämpfen gegen Jessica Balogun und Ann Sophie Mathis im Jahr 2012 waren ihre Gegnerinnen 2013 eher etwas leichter zu boxen, aber das reichte trotzdem aus um nach dem Boxkarriereende von Holly Holm in der P4P – Wertung bei Boxrec Platz 1 vor Diana Prazak zu belegen. Braekhus wird am 1. Februar gegen Myriam Lamare kämpfen. Dabei geht es um 3 WM-Titel. Gewinnt Braekhus diesen Kampf, wird sie WBA-Superchamp im Weltergewicht. Ein „Comeback“ gab es für Susi Kentikian. Sie konnte sich nach zwei Niederlagen und Titelverlust im Jahr 2012 wieder zurück kämpfen und führt nach Siegen über Carina Moreno und Simona Galassi wieder die Boxrec-Liste im Fliegengewicht an. Nikki Adler konnte im Supermittelgewicht ihre Gürtelsammlung auf 4 WM-Titel ausbauen. Man kann nur hoffen, dass sie 2014 besser passende Gegnerinnen findet.

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Bester Boxer des Jahres ist vielleicht Gennady Golovkin. Natürlich spielt beim Benennen von irgendwelchen „besten“ hauptsächlich die persönliche Meinung eine Hauptrolle. Zu den besten Kämpfen 2013 zählen Sergey Kovalev vs Nathan Cleverly und Timothy Bradley vs Ruslan Provodnikov. Erwähnenswert ist auch, dass Provodnikov die Niederlage wegsteckte und seine Klasse im nächsten Kampf zeigen konnte. Es gab eine Fülle von guten Kämpfen. Unter anderem auch die von Bernard Hopkins, der wieder einen neuen Altersrekord aufstellen konnte und die Kämpfe von Adonis Stevenson, der mit 36 Jahren zu seiner Hochform aufgelaufen ist. Schlechtester Kampf, weil meilenweit unter den Erwartungen liegend, war wohl wie oben bereits genannt, der zwischen Wladimir Klitschko und Alexander Povetkin. Es war einfach nur grauenvoll sich das als Zuschauer anzutun. Die Erwartungshaltung wurde schwer enttäuscht.

Leider gab es 2013 auch traurige Tragödien im Boxsport. Im Mai erlitt Alexander Mengis in einem Kampf schwerste Kopfverletzungen und kurz darauf ereilte die Schwedin Frida Wallberg in einem WM-Kampf gegen Diana Prazak ein ähnliches Schicksal. Auch Magomed Abdusalamov wurde Anfang November im Kampf gegen Mike Perez schwer verletzt. Während Mengis und Abdusalamov wohl im Moment wegen der Schwere ihrer Gehirnverletzungen nur durch die Intensivmedizin am Leben erhalten werden, befindet sich Frida Wallberg auf stetem Weg der gesundheitlichen Wiederherstellung. Bei all den schönen, grandiosen und ruhmvollen Momenten, die uns der Boxsport 2013 geschenkt hat, sollten wir die Boxer nicht vergessen, denen durch solche Unfälle Unglück widerfahren ist.

Bester Kampf des Jahres?

Timothy Bradley vs. Ruslan Provodnikov 16.03.2013:

http://www.dailymotion.com/video/x13l47a
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