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Johannes Passehl

Brian Minto schlägt Shane Cameron durch TKO 

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Mit einem TKO- Sieg in Runde 7 über den Neuseeländer Shane „Mountain Warrior“ Cameron wurde Brian „The Beast“ Minto noch einmal ein Titel beschert. Im „The Trust Stadium“ Auckland (Neuseeland) konnte der mit allen Mitteln kämpfende Minto überzeugen, obwohl er wegen des Gebrauchs von Ellenbogen und Kopf Punktabzüge in den Runden 5 und 6 bekam. Trotzdem landete Minto saubere Kopftreffer bei Cameron. Von Cutverletzungen über den Augen gezeichnet und wohl auch dadurch am weiterkämpfen gehindert, musste sich Cameron in der 7. Runde geschlagen geben.

Minto darf sich nun WBO-Oriental-Meister nennen. Was seine Heimat USA oder Neuseeland mit dem Orient zu tun haben sei mal dahingestellt, aber vielleicht war dieser Titel gerade zu haben und man hat eben darum gekämpft. Cameron war bereits 2008 Träger dieses Titels. Es folgten Alex Leapai, David Tua, Monte Barrett, Chauncy Welliver bis er 2012 wieder Titelträger war. Zuletzt erkämpfte Alex Leapai erneut diesen Titel, der ja nun als offizieller Herausforderer von Wladimir Klitschko vor ganz anderen Aufgaben steht.

Für Cameron steht noch nicht fest, ob er mit diesem Kampf seine Karriere beenden wird. Nachdem er zuletzt als Cruiser gegen Danny Green nach Punkten unterlag, gelang auch kein Sieg im für ihn bequemeren Schwergewicht gegen Minto. Offenbar hat die einjährige Kampfpause auch dafür gesorgt, dass er einiges an Ringrost angesetzt hatte. Cameron suchte nach dem Kampf nicht nach Ausreden, sondern bestätigte das Minto druckvoll gekämpft habe. Minto beteuerte nach dem Kampf, dass seine unsauberen Aktionen unbeabsichtigt waren. Als nächsten Gegner könne sich Minto den 21-jährigen Neuseeländer Joseph Parker vorstellen. Parker war bisher in 7 Kämpfen erfolgreich. In 6 Kämpfen siegte er vorzeitig. Prominentester Gegner war Francois Botha, den er durch TKO 2 bezwingen konnte. Ob und wann es tatsächlich zu einem Kampf zwischen dem 38-jährigen Minto und dem Youngstar Parker kommt, ist noch nicht entschieden.

Hoffmann vs Kretschmann abgesagt

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Man konnte es von vorn herein kaum glauben, dass Hoffmann und Kretschmann ausgerechnet in Baku eine Neuauflage ihres abgebrochenen Kampfes absolvieren. Beide wären vor dem Publikum in Halle besser aufgehoben als im fernen Aserbaidschan. Was dazu bewogen hat, diese Ansetzung trotzdem bei Boxrec anzukündigen, sei mal dahingestellt. Vielleicht brauchte man einfach nur ein Argument mehr um EUROSPORT nach Baku zu locken.

Yakup Saglam bestätigte heute nach dem Wiegen, dass weder Hoffmann noch Kretschmann vor Ort sind und das der Kampf abgesagt ist. Saglam selbst wird gegen den in Magdeburg lebenden Roman Golovashchenko boxen. Der Kampfabend ist morgen ab 20:00 Uhr auf Eurosport zu sehen.

Titelkämpfe bei „Benfiz Box- und Thaiboxgala“ in Wien

vorarberger djendji
Bereits am vergangenen Samstag gab es in der österreichischen Hauptstadt eine Benefiz-Veranstaltung mit einigen Titelkämpfen. Neben Thai- wurden bei der Veranstaltung vom „Box-Team-Vienna“ auch klassische Boxkämpfe geboten. Bei 4 der 6 Begegnungen ging es um Titel von WBF und WIBF. Als WIBF-Vertreter war Rainer Gottwald vor Ort. Viel zu sehen gab es allerdings im Kampf zwischen Eva Vorarberger und Fleis Djendji nicht, weil der Kampf schon durch TKO in Runde 1 zugunsten Vorarberger endete.

Auch Timy Shala und Laszlo Toth konnten ihre Gegner erwartungsgemäß besiegen. Gogi Knesevic wurde vorzeitig Sieger, weil sein Gegner es einfach nicht lassen konnte, mit dem Ellenbogen zu boxen. In Runde 9 war deshalb „Schluss mit lustig“ und es gab eine Disqualifikation. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass man offenbar bei der internationalen Weltrangliste „Boxrec“ nicht mehr alle Titel übersichtlich führt. So wird der Kampf zwischen Toth und Ugiadze nicht als WBF-International geführt. Noch verwirrender wird es beim Kampf von Eva Vorarberger. Geht es nach dem Eintrag und der übliche Logik bei Boxrec, ist Eva Vorarberger jetzt ebenfalls WIBF-Weltmeisterin, obwohl diesen Titel nach wie vor von Melissa McMorrow gehalten wird. Hier sollte man sich bei Boxrec etwas einfallen lassen um Irrtümern vorzubeugen.

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Die Ergebnisse:

WIBF International Meisterschaft im Fliegengewicht
Eva Voraberger besiegt Fleis Djendji durch KO in Rd. 1

WBF Intercontinental-Meisterschaft im Halbschwergewicht
Timy Shala besiegt Mounir Toumi durch TKO in Rd. 10

WBF Intercontinental-Meisterschaft im Mittelgewicht
Gogi Knezevic besiegt Robinson Omsarahvili nach Disqualifikation in Rd. 9

WBF Internationale Meisterschaft im Weltergewicht
Laszlo Toth besiegt Giorgi Ungiadze nach Punkten

Manuel Buchheit besiegt Karol Csicso durch TKO in Rd. 1

Ramiz Hadziaganovic besiegt David Zambo nach Punkten

OPBU Full Muaythai Internationale Meisterschaft im Mittelgewicht
Lirim Ahmeti besiegt Martin Kalis nach Punkten

Soliman schlägt Sherrington – Kommt jetzt ein zweiter Kampf gegen Sturm?

sam soliman fightMit einem TKO-Sieg in Runde 9 endete der Kampf um den WBA-Interims (Pan Asia Boxing Association)-Titel zwischen Sam Soliman und Les Sherrington. Der mittlerweile 40-jährige Soliman war in der Vergangenheit bereits Träger mehrerer kleinerer IBF-Titel und hat im Februar diesen Jahres gegen Felix Sturm um das IBF-Pflichtherausforderungsrecht gekämpft. Dieser Kampf ging vorläufig zu seinen Gunsten aus, bis ein aus Sicht von Soliman umstrittener Test ergab, dass er angeblich über einen Energydrink vor dem Kampf eine in Deutschland verbotene Substanz zu sich genommen habe. Daraufhin wurde der Kampf zu einem No-Contest erklärt und Soliman vom BDB in Deutschland für ein Jahr gesperrt. Die IBF behielt Soliman auf Platz 1 im Ranking, ordnete allerdings an, dass er ein Jahr lang nicht von seinem Pflichtherausforderungsrecht auf den IBF-Titel im Mittelgewicht Gebrauch machen darf. Er wurde von der IBF bisher noch nicht zum offiziellen Pflichtherausforderer vom neuen Weltmeister Sturm erklärt.

Solimans Manager David Stanley sagte, er habe eine schriftliche Garantie von IBF-Präsident Daryl Peoples und Felix Sturm, dass es zu einem zweiten Kampf zwischen Soliman und Sturm kommen soll. Soliman selbst ist der Meinung, dass Sturm gegen ihn gescheitert sei und er sich jetzt holen wird, was ihm zusteht. Er sei jetzt 40 Jahre alt und wolle nach 16 Jahren Profiboxen seine Karriere mit einem WM-Titel krönen und abschließen.

Im Kampf gegen Sherrington übernahm Soliman bereits ab Runde slik und aggressiv 2 die Kontrolle und hatte seinen Gegner im Griff. In Runde 8 kam es zum ersten Niederschlag, in Runde 9 kam der zweite, worauf Sherringtons Trainer Brendon Smith das Handtuch warf. Damit ist Soliman seit seiner Niederlage gegen Antony Mundine vor 5 Jahren in den letzten 10 Kämpfen nacheinander ungeschlagen. Er geht davon aus, dass es nun zu einem zweiten Kampf gegen IBF-Weltmeister Felix Sturm kommen muss.

sturm siegUnterdessen stünde für Felix Sturm erst einmal ein vertraglich vereinbartes Rematch gegen Darren Barker an, falls dieser gesundheitlich dazu in der Lage ist. Dazu müsste sich das Team Barker bis zum Jahresende erklären und der Kampf muss dann innerhalb von 3 Monaten kommen. Kann Barker diese Gelegenheit nicht nutzen, wäre eigentlich der Weg für Sturm vs Soliman II frei, wenn die IBF Sam Soliman zum Pflichtherausforderer erklärt und diesen Kampf anordnet. Allerdings wird auch niemand erwarten, dass Felix Sturm den gerade erst erkämpften Gürtel eiligst pflichtverteidigen muss.

Laut einem Bericht von „Die Welt“ denkt das Management aber auch über ganz andere Möglichkeiten nach. So käme beispielsweise in Betracht, dass Felix Sturm eine Gewichtsklasse aufsteigt und gegen den Sieger aus Stieglitz vs Abraham um den WBO-Titel boxt. Nach Meinung von Sturms Manager Roland Bebak wäre genau das der „ultimative Kampf für Deutschland“ und Felix Sturm wäre „heiß darauf“. Bis tatsächliche Entscheidungen fallen, wird man das Jahr 2013 sicher schon kalendarisch abgehakt haben. Fakt ist bisher nur eins: Felix Sturm ist mit seinem neuen WM-Titel wieder „voll im Rennen“.

Lucia Morelli vs Delfine Persoon II – 13. Dezember in Aalst, Belgien

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Nachdem Lucia Morelli im Februar 2012 schon einmal gegen die Belgierin Delfine Persoon gekämpft hat, soll es nun am 13. Dezember zu einer Neuauflage dieser Begegnung kommen, bei der es gleich um 3 WM-Titel gehen wird. Beim erstem Mal verlor Lucia Morelli den Kampf durch TKO 5. Rückblickend kann man sich immernoch darüber streiten, ob es damals wirklich notwendig war, den Kampf an dieser Stelle zu beenden.

Das Gefecht wurde bis dahin mit recht hoher Intensität von beiden Seiten geführt. Lucia Morelli hatte die Doppeldeckung oben, die zugegebenermaßen von Persoon mit ein paar Schlägen durchbrochen wurde. Das Ganze dauerte keine 10 Sekunden und reichte Ringrichter Leszek Jankowiak aus Polen aus, den Kampf abzubrechen. Ergebnis: TKO 5 und Titelverlust. Ob das eine richtige und fürsorgliche Entscheidung oder einfach nur ein Titelklau war, soll mal dahingestellt sein. Es ging in diesem Kampf um den WIBF-Gürtel im Leichtgewicht, der Lucia Morelli gehörte und den sie dann an die Belgierin abtreten musste.

Was kann man nun von der 2. Begegnung erwarten? Man kann sicher davon ausgehen, dass Lucia Morelli und ihr Team wissen, auf was sie sich da einlassen. Als außenstehender Zuschauer kann man davon ausgehen, dass der 1. Kampf noch lange nicht entschieden und gewiss zu früh abgebrochen wurde. Das Risiko, dass Morelli diesmal eingeht, ist vielleicht noch höher als beim ersten mal. Schließlich setzt sie um „ihren“ WIBF-Titel zurückzuholen, jetzt nicht nur auf eine normale Revanche, sondern riskiert dabei ihre zwischenzeitlich erworbenen WIBA- und WBF-Titel. Man kann gewiss einen Kampf auf Augenhöhe erwarten, bei dem hoffentlich diesmal die Leistung in der Tagesform entscheidet und nicht ein vorschnelles Eingreifen des Ringrichters.

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Für ein Gelingen der Mission Morellis spricht gewiss ihre hohe Motivation, diesmal nichts „anbrennen“ zu lassen und „ihren“ Gürtel wieder nach Hause holen zu wollen. Allerdings muss man auch bemerken, dass die Belgierin seit der ersten Begegnung 10 Kämpfe absolviert hat und sich somit durchgängig mit echter Kampfpraxis auf einem hohen Level gehalten hat. Lucia Morelli hat in der Zwischenzeit einen Kampf gemacht, konnte gegen Rola el-Halabi überzeugen und bei dieser Gelegenheit 3 WM-Titel „abräumen“. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass sie danach nicht untätig war und mit hohem Trainingsaufwand nicht weniger fit für den kommenden Kampf ist wie Delfine Persoon.

Auf jeden Fall schon einmal ein „Hut ab“ für ihren Mut und ihre Risikobereitschaft. Das wird auf jeden Fall ein schwerer Kampf mit ungewissem Ausgang. Bleibt eigentlich nur, Lucia Morelli viel Erfolg für ihre Mission zu wünschen.

Zur Erinnerung noch einmal der erste Kampf:

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Werner Kastor – Warum er Frauenboxen nicht mag

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Es ist zwar nicht üblich hier irgendwelche Berichte von anderen Boxsportseiten zu „beleuchten“, aber was Werner Kastor unter dieser Überschrift auf „boxen-heute.de“ zum Besten gibt, ist schon etwas bemerkenswert. Deutlicher gesagt: weltfremd und wie aus der Zeit gefallen. Ich liebe ja die trockene und meistens sehr souveräne Art, wie Werner Kastor Boxkämpfe kommentiert. Doch seine Meinung, die er über das Frauenboxen hat und die Art wie er versucht sie kund zu tun, steht im krassen Gegensatz zu der guten Meinung, die ich bisher von Kastor hatte.

Es fängt schon gut mit dem ersten Satz an: „Die einzige wirklich populäre Berufsboxerin in Deutschland war Regina Halmich.“ Oha, „populär“ ist man also nur, wenn man im ZDF zu sehen ist. Was sind denn dann alle anderen Boxerinnen, die in den verschiedensten deutschen Boxställen zuhause sind und ebenso wie Regina Halmich zu Weltmeisterehren gekommen sind? Falls Werner Kastor niemand weiter kennt als Regina Halmich, dann ist das wohl eher darauf zurück zu führen, dass er am Frauenboxen desinteressiert ist oder zu hause noch einen Fernseher aus den 60ern hat, mit dem man nur ARD und ZDF empfangen kann. Ansonsten Scheuklappen auf – was ich nicht sehen kann oder will, dass gibt es auch nicht.

Nach dieser ersten Fehleinschätzung fabuliert Kastor weiter, dass ihre Popularität von Regina Halmich nicht unbedingt auf ihren boxerischen Fähigkeiten beruhte, sondern wohl eher darauf, dass sie Stefan Raab in Schaukämpfen besiegte. Das ist sicher ein Argument und man kann auch nicht behaupten, dass es der Karriere von Regina Halmich oder der Popularität von „Tausendsassa“ Stefan Raab geschadet hat. So funktioniert nun einmal das Mediengeschäft heutzutage. Mich wundert noch, dass Werner Kastor nicht erwähnt, die Popularität des Frauenboxens sei in den Playboy-Fotos von Regina Halmich zu suchen. Die Populatität von Regina Halmich beruhte hauptsächlich darauf, dass sie extrem gepusht wurde. Man wollte mit ihr gutes Geld verdienen und das gelang auch.

Richtig erkennt Werner Kastor, dass es Klaus-Peter Kohl mit seinem Boxstall „Universum“ war, der besonders auf das Frauenboxen setzte. Kohl hatte einen Vertrag mit dem ZDF, der ihn verpflichtete eine gewisse Anzahl an WM-Kämpfen pro Jahr zu liefern. Das der pfiffige Unternehmer diesen Vertrag dadurch erfüllte, indem er für ihn billige Frauenkämpfe als Hauptkämpfe präsentierte oder zu gut deutsch: den Zuschauern aufs Auge drückte bis zum Abwinken, war für ihn ein Riesengeschäft, weil die Börsen der Frauen nun einmal nur ein Bruchteil von dem sind, was er für WM-Kämpfe Männern hätte zahlen müssen. Kohl hat diesen Krug zum Brunnen gehen lassen bis er brach und kein neuer Vertrag zwischen Universum und ZDF zustande kam. Wie Kastor aber jetzt darauf kommt, Frauenboxen wäre nicht mehr vorhanden oder eben nicht mehr populär, nur weil das ZDF kein Boxen mehr zeigt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Die Realität spricht auf jeden Fall eine andere Sprache. Es soll tatsächlich auch vor den Toren Hamburgs und ohne Millionen ZDF-Gebührengelder weibliche Boxerinnen geben. Diese Erkenntnis hat auch Herr Kastor. Aber da geht es schon weiter, weil er der Meinung ist, boxende Frauen müssten „Können“ haben, das „gewisse Extra“ und auch einem Raab mal aufs Maul hauen. Das Boxerinnen einfach nur boxen und weder Raab, Pocher noch sonst wem aufs Maul hauen wollen, kommt scheinbar nicht in Betracht.

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Doch damit nicht genug. Den nächsten Teil der Argumentation von Werner Kastor kann man eigentlich nur wörtlich zitieren, weil die Ableitung seiner These am besten selbst erklärt:

„Ein Bekannter von mir, ein Arzt aus der Nähe von Dresden, meinte: Männer, die gerne Frauenboxen sähen, hätten ein Problem mit ihrer Libido. Das heißt nun nicht, dass diese Männer Sadisten wären. Nein, es geht um die anderen, die die Frauen nicht gerne boxen sehen. Das entscheidende  Argument ist, ein Mann möchte eben nicht sehen, wie eine Frau geschlagen wird. Das Gegenargument lautet, auch Frauen sehen nicht gerne, wie Männer geschlagen werden. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied. Es geht nicht um Mitleid. Das haben Männer auch mit Männern.“

Aha, das Boxen an sich ist also scheinbar schon „böse“. Was ist mit Ringen, Judo usw. ? Womit verdient Herr Kastor nochmal sein Geld ? – Boxsportkommentator… achso. Aber es geht noch weiter:

„Der entscheidende Punkt ist, und daher kommt das Wort Libido ins Spiel, Männer haben meistens, wenn auch nicht in jedem Fall, eine Neigung zum Donjuanismus. Entgegen der häufig vertretenen Auffassung Donjuanismus wäre die männliche Entsprechung zur Nymphomanie geht es beim Donjuanismus nicht um die Quantität von Sex, nicht um banale Körperlichkeit.  Don Juan treibt es von einer Frau zur anderen, „weil er alle gleich stürmisch…. liebt“ und deshalb muss er seine Liebe ständig wiederholen (Albert Camus). Tendenziell liebt ein Mann also alle Frauen. Deshalb ist es mehr als reines Mitleid, wenn ein Mann nicht sehen will, wie eine Frau geschlagen wird. Das bisschen Don Juan, das in fast jedem Mann steckt, fühlt sich persönlich attackiert.“

Kann man ein solches Wortgeschwurbel eigentlich noch steigern? Kann irgendwer mal dem Herrn Kastor sagen, dass es beim Boxen sowohl bei Männern als auch Frauen um einen Sport geht und weder um Libido, Nymphomanie noch Quantität von Sex oder banale Körperlichkeit?

Aber es geht noch besser. Im Schlussabsatz läuft Herr Kastor zur Höchstform auf. Er schreibt:

„Deshalb sind Damenschlammringkämpfe auf Sankt Pauli sehr viel populärer als Frauenboxen. Man weiß, es ist nicht ernst. Aber Frauen boxen ja nicht, um den Männern eine Freude zu bereiten. Und wer will ernsthaft Frauen daran hindern, ihr Leben so zu leben, wie es ihnen gefällt.“

nikki gürtel

Damenschlammringkämpfe sind also allgemein wie Werner Kastor meint, beliebter als das Frauenboxen. Soso, vielleicht mag das bei einer Horde bier- und armseeliger Hinterwäldler zutreffen, die von Haus aus mit Frauen ein Problem haben und auch sonst der Meinung sind, Frauen seien irgendwo auf halbem Weg zwischen Küche und Schlafzimmer anzupflocken.

Das Frauen heutzutage Kampfsportarten betreiben, Autos reparieren und sogar als Schornsteinfegerinnen usw. arbeiten, mag nicht jedem Mann gefallen. Man muss sich nur dran erinnern, dass man vor wenig mehr als 100 Jahren noch glaubte, es schade der Gebärfähigkeit von Frauen, wenn sie eine Universität besuchen. Irgendwann fällt jedes Tabu und auch jeder Groschen im Kopf von ewig gestrigen.

Ich sage es noch einmal: Die Boxsport-Kommentare von Werner Kastor auf Eurosport schätze ich wirklich sehr, aber seine Meinung über das Frauenboxen sollte er sich in Zukunft besser verkneifen.

Alle Zitate von: http://www.boxen-heute.de/artikel/5031-der-don-juan-in-mirwarum-ich-frauenboxen-nicht-mag.html

Dessauer Boxnacht 2013 – Veranstalter hoch zufrieden

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Aus Zuschauersicht war die Veranstaltung in Dessau auf jeden Fall gelungen, wie wir Gestern bereits berichteten. Fragt man beim Hauptorganisator, dem Fitness- und Kampfsporttrainer Enrico Schnurre vom “Polizeisportverein 90″ nach, ergibt sich das gleiche Bild. Zufriedenheit rundum. Natürlich kann Einer alleine eine solche Aufgabe kaum stemmen. Eine sehr gute konzeptionelle Unterstützung gab es zum Beispiel vom Sportamt der Stadt Dessau-Roßlau und die Zusammenarbeit mit allen anderen Beteiligten klappte auch hervorragend. Schon während der Veranstaltung war der Stress der Vorbereitung vergessen. Etwas locker könne man sagen: „Der Drops ist gelutscht.“

Mit dem Abstand von 2 Tagen fand sich nun Zeit und Gelegenheit, ein paar Worte mit Enrico Schnurre zu wechseln.

X-boxen-plus: Bist du selbst als Organisator der Veranstaltung zufrieden mit dem Event, also dem Ergebnis deiner Arbeit?

Enrico Schnurre: So richtig zufrieden bin ich ja mit mir selber fast nie. Was das Event betrifft, so bin ich es jedoch voll und ganz. Ich selber muss noch etwas ruhiger werden. Es gab doch so den einen oder anderen Tobsuchtsanfall von mir während der Vorbereitungen. Da geht dann mein Temperament schon mal mit mir durch.

X-boxen-plus: Kann man die „Dessauer Boxnacht“ jetzt als festen Bestandteil des jährlichen Boxveranstaltungskalenders betrachten? Wird das oder besser: ist das jetzt bereits eine „Traditionsveranstaltung“? Wird es auch 2014 eine „Dessauer Boxnacht“ geben?

Enrico Schnurre: Ja, die Dessauer Boxnacht wird fester Bestandteil des Boxsportkalenders werden. Die Planungen für 2014 gehen im März wieder los.

X-boxen-plus: Die Halle war nahezu ausverkauft. Man hatte allerdings den Eindruck, dass ca. 1/3 der Besucher extra wegen Steven Kitzing da waren, der am Samstag seinen Abschiedskampf gemacht hat. Befürchtest du, dass bei der nächsten Veranstaltung weniger Zuschauer kommen oder bekommt die Veranstaltung vielleicht mit Taras Oleksienko, Matze Zemski oder sogar Martin Edelmann neue „Zugpferde“, die eine solche Halle füllen können?

Enrico Schurre: Es waren genau 300 Leute im Fanblock von Steven Kitzing, das weiß ich ziemlich genau, weil seine liebe Schwester bei mir immer die Karten holt. Jedoch ist alles um diesen Super Fanblock herum schlecht auszumachen. Denn auch die Fans der anderen Sportler stehen nun mal auf der Heimseite bzw. hinter der jeweilig blauen Ecke. Das konnte man auch beim Neugebauer-Kampf merken, obwohl dieser ja nun aus unserem befreundeten Gym in Erfurt kommt. Um die Zuschauerzahlen für nächstes Jahr mache ich mir keine Sorgen. Einzig wird Steven eine grosse Lücke in der gesamten K1- Szene hinterlassen. So eine Lücke würde ich auch nicht schließen wollen, ist ja auch seine. Von Matze Zemski und Taras Oleksiyenko werden wir künftig noch mehr sehen und hören. Was Martin Edelmann betrifft, müssen wir abwarten. Es wäre vermessen da gleich nach dem Profidebut zu euphorisch zu werden. Wir geben uns aber Mühe. Ich möchte jedoch die eine Veranstaltung nicht von ein oder zwei Kämpfern abhängig machen. Weil selbst ein 19-jähriger Amateur von mir 71 Karten gekauft hat. Es ist eine ganz andere Art von Veranstaltung, die wir machen möchten. Die großen Kämpfe sollen auch weiterhin die Großen machen. Dazu fehlen uns sowieso die finanziellen Mittel und eine ganze Packung Erfahrung. Das ist aber auch nicht unser Bestreben. Wir haben alle unsere Arbeit und planen die Boxnacht neben dieser. Am Ende ist für uns nicht wichtig was bei dieser Veranstaltung verdient wird, sondern das wir nichts drauf zahlen. Für uns zählt nur der Sport… zu 100%!

X-boxen-plus: Wird es 2014 noch andere, vielleicht etwas kleinere Kampfsport-Events des PSV 90 geben?

Enrico Schnurre: Ich plane für das Frühjahr wieder einen Sponsorencup als Dankeschön für die Hauptsponsoren der Boxnacht. Es wird wieder eine reine Amateurboxveranstaltung werden. Der letzte Sponsorencup fand im Februar 2013 in der Sporthalle des PSV 90 Dessau vor knapp 300 Zuschauern statt.

schnurre taras

X-boxen-plus: Gibt es noch etwas, dass du den Zuschauern und Beteiligten sagen möchtest?

Enrico Schnurre: Nun ist es, denke ich, an der Zeit das ich hier auch ein Statement zur Dessauer Boxnacht abgebe. Eigentlich fehlen mir noch immer die Worte, aber ich versuche es einfach mal. Am Anfang stand wie bei allem die Idee. Angestachelt durch meinen Freund Marco Lorenz, welcher im Sommer 2011, damals mit Timo Hoffmann, bei mir im Fitness Fantasy des PSV 90 am Tresen stand. Timo offerierte damals ein Comeback im Ring geben zu wollen. Im ersten Moment war ich etwas skeptisch, doch im zweiten gleich euphorisch. Damit war im Grunde genommen die Idee geboren eine größere Boxveranstaltung in Dessau durchzuführen. Weil wir jedoch zu zweit eine solche Veranstaltung niemals hätten durchführen können wurde eine Cooperation zwischen der Firma 8M Event, dem Sportamt Dessau und dem PSV 90 eingegangen. 8M Event hat genügend Erfahrungen mit der Planung von Großveranstaltungen und entsprechende Kontakte zu Firmen deren Technik und Know How für die Durchführung einer solchen benötigt werden.

Dem Sportamt der Stadt Dessau, vertreten durch Ralph Hirsch, unterstehen die drei möglichen Sporthallen die wir zur Durchführung der Boxnacht benötigen. Außerdem wurden wir von diesem konzeptionell sowie auf dem Segment der Sponsorengewinnung unterstützt. Die erste Veranstaltung führten wir dann noch etwas zaghaft und ein wenig ängstlich im Glaspalast durch. Keiner von uns allen wußte ob es Top oder Flop wird. Für unsere Verhältnisse war es schon etwas Großes, am Ende knapp 1400 Zuschauer im Glaspalast zu haben. Damit war klar, dass es noch weitere Boxnächte in Dessau geben wird. Für mich ging dann auch ein persönlicher Traum in Erfüllung als wir die Zusage von Ralph Hirsch bekamen, für 2012 in die Anhalt Arena zu dürfen. Auch diese Veranstaltung war mit 1475 Zuschauern gut besucht.

Für 2013 hatten wir uns dann das klare Ziel gesetzt, die 1800 zu knacken. Nicht ganz einfach, denn begeistert mal 1800 Zuschauer. Man hatte zwar schon mal vorsichtig von 2000 gesprochen, aber so richtig ernst hatte das keiner von uns genommen. Wichtig war für mich einfach der Aspekt wieder einen sportlichen Teil zu bieten, in dem fast ausschließlich regionale Kämpfer zu sehen sind. Denn viele von unseren Sportlern aus Dessau und Umgebung bestreiten regelmäßig Kämpfe außerhalb der Grenzen unserer Stadt, von denen aber LEIDER in der Vergangenheit viel zu wenig berichtet wurde. Diesen Boxsportlern eine Plattform zu geben und dem Publikum packende Kämpfe zu präsentieren war und ist unser Ziel. Es hat Funktioniert. Was uns das Publikum letzten Samstag in der Anhalt Arena für unsere geleistete Arbeit zurück gegeben hat,UNBESCHREIBLICH. Ich hatte Gänsehaut, und Tränen in den Augen. Wahnsinn! 2123 Zuschauer feuerten ihre Lokalen Kämpfer zu Höchstleistungen an und ließen die Halle beben. 

Bedanken möchte ich mich einfach bei diesem tollen Publikum. Bei allen Kämpfern und ihren Teams. Bei unseren Sponsoren, bei Andreas Richter unserem Webdesigner, bei Veit und seinen Mannen um Jeske Media… beim Ringsprecher Daniel Mantey (du bist Spitze !!!), bei Apollo für die geile Lasershow, beim Kampfgericht und den offiziellen der GBA, EPBA und des DBAV, Merkel für die Versorgung… und und und. Einfach Allen, die dafür gesorgt haben, dass dieses Event zu dem wird was es ist. Egal ob Hallenwart, Putzfrau oder sonst wer. Egal ob er für seine Leistungen bezahlt wurde oder gesponsort hat, das spielt keine Rolle. Alle haben Gas gegeben. Sorry, wenn ich hier nicht jeden Einzelnen nennen kann, es waren so viele gute Helfer am Start. 

Danke natürlich auch speziell an Holger und Ulf inkl. Crew. und natürlich an Ralph Hirsch.
Ich danke meinen Freunden, für ihre Hilfe, und meiner Familie, für ihre Geduld, auch wenn ich manchmal ein absolutes Nervenbündel war.

DANKE DANKE DANKE… Ihr habt mir einen meiner emotional größten Momenete bereitet!
Euer Schnurri

Dem ist wohl nicht mehr viel hinzuzufügen. Wir freuen uns jedenfalls schon auf die „4. Dessauer Boxnacht“. Jetzt „traditionell“ Anfang Dezember jeden Jahres in der Anhalt-Arena.

Dessauer Boxnacht 2013 – Eine Rückschau

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Anfang Dezember gibt es einen wichtigen Termin im mitteldeutschen Kampfsportkalender: Die „Dessauer Boxnacht“, die in diesem Jahr am vergangenen Samstag in der fast ausverkauften Dessauer Anhalt-Arena stattfand. Wer glaubte, man könne die gute Stimmung des Publikums und die Attraktivität der gebotenen Kämpfe vom letzten Jahr kaum übertreffen, konnte sich bei der 3. Auflage dieser Veranstaltung vom Gegenteil überzeugen lassen. Was der „PSV 90 Dessau“ und das Sportamt der Stadt Dessau-Roßlau auf die Beine gestellt haben, braucht keine Vergleiche mit anderen Veranstaltungen dieser Größenordnung zu scheuen. Der Ablauf und die ganze Organisation lief auch diesmal „wie am Schnürchen“, was man bei einem Event dieser gehobenen Qualität auch nicht anders erwartet. Als Kämpfer traten einige an, die man auch im letzten Jahr gesehen hat. Was die Veranstaltung in diesem Jahr im wesentlichen von der im letzten Jahr unterschied, war das, was man wohl gemeinhin als „Gänsehautfeeling“ bezeichnet.

Nach von Beginn an spannenden guten Gefechten kamen im weiteren Verlauf des Abends von Kampf zu Kampf immer mehr Emotionen auf. Nach einem Jahr Kampfpause hatte Norman „Ronin Boxer“ Jendrejczyk die Gelegenheit zu zeigen, ob er sich gegenüber seinem Unentschieden gegen Samir Nebo im letzten Jahr steigern konnte. Man konnte deutlich sehen, dass er diesmal beherzter vorging und seinen Gegner Marco Heinichen recht gut im Griff hatte. Lohn der Mühe war ein deutlicher Punktsieg. Sein Profidebüt gelang auch Martin Edelmann, der sich durch KO in Runde 1 gegen den Polen Bartosz Szwatryzyski durchsetzen konnte.

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Mit einigem Schaudern hat man noch in Erinnerung, wie Cruisergewichtler Taras Oleksiyenko im letzten Jahr bei seinem Profidebüt seinen Gegner Falko Besser in Runde 1 auf die Bretter zwang. Damals vergingen bange Minuten, bis der völlig weggetretene Besser wieder auf den Beinen stand. Auch im 3. Kampf des hart schlagenden Oleksiyenko kam der Gegner nicht über die 1. Runde hinaus. TKO 1-Sieg gegen den Polen Lukasz Rusiewicz. In 31 Kämpfen des Polen war das seine 2. KO Niederlage, nachdem er 2007 gegen Enad Licina in Runde 4 TKO gegangen war. In Kämpfen gegen Boxer wie Alexander Frenkel, Herbie Hide, Rakhim Chakhkiev, Ola Afolabi und Troy Ross kam der Pole jeweils wenigstens über die angesetzten 6 oder 8 Runden. Gegen Taras Oleksiyenko – Null-Chance.

Als vorletzter Kampf des Abends kam es zur Abschiedsvorstellung von K1-Europameister Steven Kitzing gegen den K1-Weltmeister Dalibor Music aus Berlin. Bei diesem Kampf ging es allerdings „nur“ um die deutsche K1-Meisterschaft. Bereits beim Aufrufen der Kämpfer stieg der Geräuschpegel in der Halle für die Ohren auf das Höchstmaß des Erträglichen. Kitzing lief zu einem hammerharten Song der „Böhsen Onkelz“ ein. Die 3 Runden des Kampfes gingen an Kitzing, der mit diesem Gefecht noch einmal unter tosenden Anfeuerungsrufen der Zuschauer seine brachiale Leistungsfähigkeit unter Beweis stellte. Doch der emotionalste Moment sollte noch kommen, als Kitzing nach Urteilsverkündung, Ehrung und Dankesrede an seine Fans seine Freundin in den Ring rief, vor ihr niederkniete und die Frage aller Fragen „Willst du mich heiraten?“ stellte. Die Antwort bekam Kitzing nicht nur von seiner Freundin, sondern aus den mehr als 2000 laut „Jaaaaa…“ schreienden Kehlen der Zuschauer. Gänsehaut pur – nicht zu steigern.

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Der Hauptkampf des Abends wurde nicht weniger spannend und auch nicht weniger emotional. Lokalmathador Mathias „Matze“ Zemski kämpfte gegen den in Frankfurt lebenden Italiener Vito „Italian Stallione“ Vendetta um den Titel „Internationaler deutscher Meister“ (GBA) im Halbmittelgewicht. Trotz einiger wild vorgetragener Angriffe Vendettas gelang es dem Italiener nicht, auch nur eine Runde zu gewinnen. Zemski boxte eine „rein-raus“ Technik und war flink genug, sich auf schnellen Beinen über 10 Runden jede einzelne zu sichern. Er boxte variabel und nahm Vendetta durch häufige Körpertreffer die Luft. Gegen Ende des 8. Durchgangs war der Italiener schwer angeschlagen und konnte sich gerade so in die Pause retten, hielt die letzten beiden Runden aber noch durch. Nachdem Zemski in diesem Jahr schon einmal am einem deutschen Meistertitel knapp vorbei geschrammt war, gab es diesmal nichts an seinem Sieg zu deuteln. Das Urteil mit 90:100 und 2x 89:100 zu seinen Gunsten machte ihn zum verdienten und würdigen internationalen deutschen Meister. Auf dieses Ziel hatte er zusammen mit seinem Trainer Dirk Dzemski hingearbeitet. Nach 3 Jahren Trainingsarbeit und 12 Kämpfen kann dieses Ziel nun abgehakt werden. Sichtlich erleichtert konnte sich Zemski der Meistergürtel umschnallen und von seinen zahlreich anwesenden Fans und Freunden feiern lassen. Die einzigen Schmerzen, die Zemski spürte, dürften die in seinen Fäusten gewesen sein.

Zemski

Die Ergebnisse der „Dessauer Boxnacht 2013“:

Felix Uhlig vs. Toni Ritter
3x3min Boxen -75 Kg Mittelgewicht
Ergebnis: Punktsieg Toni Ritter
  
Martin Rechner vs. Marvin Zellmann
3x2min K1 -77 Kg Weltergewicht
Ergebnis: Unentschieden
 
Chris Auschwitz vs. Franz Streitz
3x3min Boxen -81 kg Halbschwergewicht
Ergebnis: Punktsieg Franz Streitz
 
Frederik Kaltofen vs. Chris Hausburg
3x2min K1 -83 Kg Mittelgewicht
Ergebnis: Punktsieg Chris Hausburg

Steve Emmer vs. Muslim Benkacimi
3x3min. Boxen Superschwergewicht
Ergebnis: Unentschieden
 
Thomas Neugebauer vs. Oguz Usta
Europameisterschaft Kickboxen – 84 kg über 5x2min.
Ergebnis: Sieg durch TKO 3. Runde Thomas Neugebauer
 
Pascal Wendler vs. Maik Täuber
Int. Deutsche Meisterschaft K1 bis 64 Kg über 3×3 min.
Ergebnis: Sieg durch TKO in der 1. Runde Pascal Wendler
 
Norman Jendrejczyk vs. Marco Heinichen
6x3min Profiboxen Schwergewicht
Ergebnis: Punktsieg Norman Jendrejczyk
 
Martin Edelmann vs. Bartosz Szwaryzynski
4x3min. Profiboxen Schwergewicht
Ergebnis: Sieger durch KO in der 1. Runde Martin Edelmann
 
Taras Oleksiyenko vs. Lukas Rusiewicz
6x3min Profiboxen Cruisergewicht
Ergebnis: Sieg durch TKO in der 1. Runde Taras Oleksiyenko
 
Steven Kitzing vs. Dalibor Music
Int. Deutsche Meisterschaft K1 Profi Titelverteidigung 3×3 min.
Ergebnis: Punktsieg Steven Kitzing

Mathias Zemski vs.Vito Vendetta
Int. Deutsche Meisterschaft Superweltergewicht über 10x 3 min
Ergebnis: Punktsieg Mathias Zemski

Felix Sturm vs Darren Barker – Was nun?

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Die Sturm-Fans dürfen jubeln: Felix Sturm ist wieder Weltmeister! Damit dürfte vor allem Felix Sturm selbst und seinem Team ein Stein vom Herzen gefallen sein. Nach dem WBA-Titelverlust im Kampf gegen Geale, der eigentlich als Titelvereinigungskampf geplant war und der Zitterpartie seit dieser Zeit, kehrt nun scheinbar wieder etwas mehr Ruhe ein. Mit einem WM-Gürtel steht Felix Sturm auch wieder ganz anders da, besonders gegenüber dem TV-Vertragspartner SAT1.

Von Beginn an konnte man diesmal einen aggressiven Herausforderer Sturm sehen, der dieser Rolle gerecht wurde. Der erste Niederschlag in Runde 2 kam offenbar durch die Leistung Sturms zustande, nicht etwa wegen der Verletzung Barkers. Es schien allerdings, dass sich Barker genau bei diesem Niederschlag verletzte. Er wurde 2010 an beiden Hüften operiert und hat seither immer mit dem Risiko gekämpft, dass er sich die Hüfte auskugeln kann. Es lag auf der Hand, dass damit der Kampf für ihn nicht zu gewinnen war. Ob er mit diesen körperlichen Voraussetzungen überhaupt wieder in den Ring steigen kann, ist mehr als fraglich. Im Falle seiner Niederlage war ein Rückkampf in London geplant. Unter den jetzigen Gegebenheiten muss man mehr als ein Fragezeichen hinter diesen Rückkampf setzen. Nach dem Kampf ging es für ihn jedenfalls auf direktem Wege in die Klinik.

Was wird uns im nächsten Jahr von IBF-Weltmeister Felix Sturm erwarten? Sturm-Kritiker werden vielleicht befürchten, dass er jetzt erst einmal auf seinen Weltmeister-Lorbeeren Platz nimmt und ein paar leichte freiwillige Titelverteidigungen einschiebt. Im wesentlichen hängt es jetzt davon ab, ob Darren Barkers Gesundheitszustand es zulässt, dass er weiter boxen kann und es zum Rückkampf in London kommt. Neben dieser Überlegung sollte man auch nicht vergessen, dass Sam Soliman immernoch Pflichtherausforderer im Ranking der IBF ist. Ein zweiter Kampf zwischen Sturm und Soliman liegt also in greifbarer Nähe. Soliman wird am kommenden Mittwoch gegen seinen Landsmann Les Sherrington um den PABA-Interimstitel kämpfen und damit auch seinen Platz in den Rankings behaupten wollen. Seit dem Kampf im Februar gegen Sturm stand Soliman nicht im Ring. Falls es zu dieser Begegnung kommt, wird man diesmal wohl noch genauer alle möglichen Dopingtests machen, schon um alle Eventualitäten auszuschließen. Darüber hinaus hat Sturm auf jeden Fall gelernt, nicht zu früh zu glauben genug für seinen Sieg getan zu haben. Mit der Aggressivität vom Samstag, mit der Sturm am Start war, sollte er Soliman diesmal regulär bezwingen können.

sturm vs barker 4

Als Boxfan und aufmerksamer Beobachter, der nicht vergesslich ist, sollte eins klar sein: es liegt ein Makel in Sturms Kampfrekord. Der Kampf gegen Matthew Macklin, den ein Punktrichter mit 113:115 gegen und zwei Punktrichter mit 116:112 für Sturm gesehen haben, hat Felix Sturm eine Menge Sympatien der Fans gekostet. Bis zur Urteilsverkündung war fast jedem, der nicht unbedingt „Sturm-Fanlein“ war klar, dass der WM-Titel weg ist. Wie das Urteil dann doch zu Gunsten von Sturm zustande kam, sei einfach mal so dahingestellt. Danach gab es ein Draw gegen Murray, wobei Sturm in diesem Kampf sogar etwas besser aussah als gegen Macklin.

Die Frage, die jetzt kommt ist reine Spekulation: Wie wird man bei Sturm-Promotion reagieren, sollte Barker nicht in der Lage sein, seinen Titel in dem vereinbarten Rückkampf in London zurückzuerobern weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr boxen kann? Wird man es dabei bewenden lassen und sich den Ausflug mach London sparen? Oder hat Sturm den Mumm dennoch in London zu boxen und seinen Titel freiwillig gegen Macklin oder Murray in „der Höhle der Löwen“ zu verteidigen? Er muss das sicher nicht tun und würde trotz zahlreich mitreisender Fans in London durch die Hölle gehen, aber das wäre eine hervorragende Möglichkeit, Sympathien zurück zu gewinnen und alle seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Wie gesagt: Reine Spekulation, hoffen wir erst einmal, dass Barker wieder auf die Beine kommt und dann wird man sehen, wie es weiter geht.

Runde 1:

http://www.ran.de/boxen/video/sturm-barker-runde-1-clip

Runde 2:

http://www.ran.de/boxen/video/sturm-barker-k-o-in-runde-2-clip

Das Interview nach dem Kampf:

http://www.ran.de/boxen/video/sturm-ich-bin-selbst-ueberrascht-clip

Zwei Profikämpfe bei der 1. Dürener Fight Night

Ein Beitrag unseres Gastautors Uwe Betker:

Die Festhalle Birkesdorf in Düren war am 07.12.2013 Schauplatz der 1. Dürener Fight Night.
Es gab insgesamt 12 Kämpfe zu sehen. Es gab einen ein Showkampf, einen Boxkampf von Amateuren, sieben Kickboxkämpfe und zwei Profiboxkämpfe. Hinzu kam ein großes Showprogramm, bei dem verschiedene Tanzformationen und Sängerinnen auftraten. Besonders sei hier eine 15 Jahre alte Sängerin namens Isabelle erwähnt, die mich wirklich beeindruckte.

Im ersten Boxkampf der Profis stieg an diesem Abend der 20-jährige Veranstalter, Jama Saidi (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO), selbst in den Ring. Er trat im Mittelgewicht gegen Arber Dodaj (4 Kämpfe, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) in einem Vierrunder an. Saidi war der bessere und schnellere Boxer. Immer wieder kam er mit Rechts-Links-Kombinationen zum Kopf durch. Dodaj hatte ihm, sieht man einmal von seiner Robustheit und seiner Zähigkeit ab, wenig entgegenzusetzen. Er versuchte mit Schwingern zum Erfolg zu kommen. Dabei verlor er z. T. sogar das Gleichgewicht. Am Ende jeder Runde erhöhte Saidi massiv den Druck, was zu harten Schlagabtäuschen führte. In der letzten Runde suchte er den KO-Erfolg, der ihm aber verwehrt blieb. Das Punkturteil war reine Formsache.

Im zweiten Kampf des Abends gab Granit Shala nach sieben Jahre Ringabstinenz sein Profidebüt im Junior Mittelgewicht gegen Waqar Mahmood (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Shala war er aktivere Boxer, und er trieb seinen Gegner vor sich her. Doch war der Ringrost unübersehbar. Seine Führhand kam nie als Gerade, auch schien er bereits am Ende der ersten Runde leichte Konditionsprobleme zu bekommen. Das führte dann dazu, dass er abgekontert wurde. Gleichwohl stellte Mahmood für Shala kein Problem dar. Anfang der zweiten Runde war der Kampf dann überraschend zu Ende. Shala stellte seinen Gegner in dessen Eck und deckte ihn mit Schlägen ein. Es war nicht zu sehen, ob Mahmood hart getroffen war oder ob er die Arbeit eingestellt hatte. Am Ende stand ein TKO-Sieg für Shala.

(C) Uwe Betker/www.box-blog.de

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